Die MPU bzw. Idiotentest

MPU ist die Abkürzung für eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung, welche im Volksmund auch unter dem Namen "Idiotentest" bekannt ist.

Die MPU gibt es seit den 50er Jahren in Deutschland, mit ihr soll die Geeignetheit zum Führen eines Kraftfahrzeugs festgestellt werden. Diese Prüfung umfasst die körperliche, psychische und charakterliche Geeignetheit.

Ziel der MPU ist es festzustellen, wie der Proband sich in Zukunft im Straßenverkehr verhalten wird. Ohne ein positives MPU-Gutachten, wird die Fahrerlaubnis nicht wieder erteilt. Da der Idiotentest nicht beim Straßenverkehrsamt durchgeführt wird, sondern bei Verkehrsmedizinern bzw. Verkehrspsychologen, muss das erstellte Gutachten für die Straßenverkehrsbehörde nachvollziehbar, glaubhaft und widerspruchsfrei sein, ansonsten kann das Gutachten abgelehnt werden.

Die Begutachtung beim Idiotentest wird nach einer vorgegebenen Richtlinie durchgeführt.
Die Durchfallquote der MPU liegt jährlich bei circa 45 Prozent!

2013 mußten circa 94800 Autofahrer eine MPU durchführen, die Zahl sinkt seit Jahren, 2009 waren es noch ca. 106000, 2011 immerhin 99400.
Circa 90 Prozent aller jährlichen Teilnehmer sind Männer.

In folgenden Fällen wird ein Idiotentest/MPU angeordnet:
- Eine Autofahrt unter Alkoholeinfluss mit einem Blutalkoholwert von mehr als 1,6 Promille
- bei wiederholten Auto fahren unter Alkohol - oder Drogeneinfluss
- bei mehr als 18 Punkten in der Verkehrssünderdatei in Flensburg

In der MPU gilt es dem Gutachter glaubhaft darzulegen, dass der ursächliche Grund der MPU in Zukunft nicht mehr bestehen wird.

Übersicht der MPU-Anlässe aus 2013

MPU-Anlässe 2013

Wie in der Statistik zu sehen ist, sind mehr als die Hälfte alle MPUs aufgrund von Alkoholverstößen angeordnet worden.

Ablauf der MPU
Die MPU besteht aus drei Teilen, deren Reihenfolge nicht vorgeschrieben ist:
1. ärtzliche Untersuchung
2. psycholgisches Gespräch und
3. Leistungsdiagnose
Die Durchführung der MPU dauert etwa drei bis vier Stunden.

Bei der ärztlichen Untersuchung wird die Person auf verkehrsrechtlich relevante Erkrankungen sowie Alkohol- oder Drogenmissbrauch /-abhängigkeit untersucht.
Dazu führt der Arzt ein Gespräch über die medizinische Vorgeschichte und es werden körperliche, sowie im Einzelfall auch labormedizinische Untersuchungen durchgeführt.
Meistens ist ein vollständiger Verzicht auf Alkohol oder Drogen verkehrsmedizinisch zu belegen.
Dazu werden Drogenscreenings (Haar- oder Urinanalysen), mit denen sich Spuren früheren Konsums teilweise noch nach Monaten nachweisen lassen, und Alkoholscreenings (z.B. über die Leberwerte) durchgeführt.

Im psychologischen Gespräch geht es darum zu erfahren, wie einsichtig die Testperson in Bezug auf das frühere Fehlverhalten ist, wo die persönlichen Ursachen dafür liegen, wie die Konsequenzen für das aktuelle Verhalten und Vorsätze und Verhalten für die Zukunft ausschauen und wie eine erneute Verkehrsauffälligkeit verhindern werden kann.
Dass positive Verhalten muss in der Regel mindestens sechs Monate nachweisbar stabil gelebt worden sein, also ein halbes Jahr ohne Alkohol oder Drogen.
Laut Vorschrift muss das Gespräch für das Gutachten aufgezeichnet werden.
Die Untersuchungsstellen sollten der Testperson die Möglichkeit bieten, die Aufzeichnungen nachzulesen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Bei der Leistungsdiagnose wird ein standardisierter Reaktionstest am Computer durchgeführt, um die körperliche Leistungsfähigkeit (Reaktionsfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit) zu testen.

Der Idiotentest sollte nicht unterschätzt werden, wie man an der hohen Durchfallquote erkennen kann.
Man sollte sich auf jeden Fall für den Test vorbereiten, dazu gibt es die Möglichkeit, bei den MPU-Stellen an Informationsabenden teilzunehmen.
Auch externe Stellen bieten Möglichkeiten an, sich gut auf den Idiotentest vorzubereiten. Achten Sie aber unbedingt auf seriöse Angebote!
Die "MPU-Vorbereitung" kann von jedermann durchgeführt werden, der sich in dem Gebiet für kompetent hält. Wenn Sie das Geld für eine Vorbereitung sinnvoll nutzen möchten, sollten Sie aber auf jeden Fall auf qualifizierte und geschulte Fachkräfte achten.

Kosten der MPU
Die Kosten der MPU sind durch die Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr geregelt.
Für Alkohol- und Drogenuntersuchungen liegen die Kosten bei 402 Euro, hinzu können noch Kosten für Versand und Labor kommen, so dass nicht selten die 500 Euro-Grenze überschritten wird.

Umgehen der MPU
Nach Ablauf der Sprerrfrist versuchen mitlerweile viele Leute die MPU zu umgehen, indem sie ihren Führerschein im Ausland machen.
Wird ein Führerschein während der Sperrfrist im Ausland erworben, so ist dieser laut Urteil des Europäischen Gerichtshof nicht anzuerkennen.
Neuerdings hat auch der Bundesgerichtshof unter dem Aktenzeichen III ZR 212/07 vom 11. September 2008 entschieden, dass ausländische Führerscheine von deutschen Staatsbürgern keine Gültigkeite haben, wenn auf den Führerscheinen eine deutsche Adresse aufgedruckt ist. Zur Erteilung eines Führerscheins im Ausland muss man dort tatsächlich sechs Monate wohnhaft sein.

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Bei wem es nicht zur MPU gekommen ist, weil er lediglich eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, kann auch unserem Bußgeldrechner nachrechnen lassen, was es kosten wird.