Tipps zum Gebrauchtwagen verkaufen

Ihr Gebrauchtwagen soll verkauft werden, ein neues Auto soll kommen.
Beim Verkauf eines Gebrauchtwagens gibt es eine Menge Dinge zu beachten.
Mit den Infos auf dieser Seite können Sie sicher an den Verkauf Ihres Fahrzeugs herangehen.

Vorbereitungshandlungen

Der Verkaufspreis

Am meisten Geld lässt sich immer noch beim Verkauf an Privatpersonen erzielen.
Der Verkaufspreis an Privat ist immer höher als der gelistete Händlereinkaufspreis. Das liegt daran, dass Händler immer eine Gewährleistung geben müssen, die Kosten dafür lassen sie sich von den Kunden bezahlen.
Bevor Sie das Inserat aufgeben, machen Sie sich Gedanken über den Preis!
Schauen Sie dazu im Internet nach, wie ein vergleichbares Auto gehandelt wird. Sie können sich auch den Wert Ihres Gebrauchtwagens im Internet berechnen lassen, dies ist z.B. bei DAT kostenlos möglich.
Setzen Sie Ihren Preis zu gering an, wird Ihr Auto zwar mit hoher Wahrscheinlichkeit verkauft, doch dabei verschenken Sie wohlmöglich Geld.
Ist Ihr Preis zu hoch, wird Ihr Telefon wohl stumm bleiben.

Achten Sie auch auf Extras, die Ihren Verkaufspreis erhöhen.
Für Sonderzubehör, welches nicht in die Fahrzeugbewertung eingerechnet ist, können Sie Aufpreise mit einrechnen.

Hier eine kleine Auflistung, was Sie noch circa für Extras verlangen können, wenn Sie Originalware vom Fahrzeughersteller sind:

  • Anhängekupplung:
    bis zu 250 € Mehrwert, legt aber nicht jeder Käufer Wert drauf
  • CD- und DVD-Player mit Bildschirm:
    Preisaufschlag beim Verkauf bis 650 €
  • Dachreiling:
    relativ günstiges Zubehör, daher auch nur ca. 80 € Mehrwert beim Verkauf
  • Diebstahlwarnanlage:
    ist meist schon serienmäßig, bringt sonst bis zu 100 €
  • Einparkhilfe (PDC):
    bis zu 100 € Mehrwert
  • elektrische Fensterheber:
    meist schon serienmäßig vorhanden, daher nur max.80 € Aufpreis
  • Glasschiebedach:
    elektrisch verstellbar bis 450 € Mehrwert, manuell bis 150 €
  • Klimaanlage
    Automatik: bis 650 €/ manuelle Klima: bis 300 €
  • Alufelgen:
    je nach Größe und Zustand bis zu 700 € Mehrwert
  • Seitenaribags:
    meist schon Serie, daher nur 100 € Mehrwert
  • Navigationsgerät:
    fest eingebaut vom Hersteller bis 600 €, ein mobiles Gerät ca. 70 €
  • Sportfahrwerk:
    kaum gefragt, daher nur ca. 100 €
  • Standheizung:
    recht wertstabil, bringt bis zu 500 € Mehrwert fürs Auto
  • Xenon-Scheinwerfer:
    je nach Umfang (Kurvenlicht etc.) bis 500 € Mehrwert
  • Zentralverriegelung:
    nahezu überall Serie, daher kein nennenswerter Mehrwert

Das Inserat:

Inserate im Internet sind bei den großen Seiten (z.B. mobile.de und autoscout24.de) kostenlos.
Inserat Autobörse
Es gibt aber noch andere Möglichkeiten Ihren Gebrauchtwagen zu verkaufen. Ein Inserat im Automagazin, in der Tageszeitung, im kostenlosen Anzeigenblatt oder am schwarzen Brett im Supermarkt sollte Sie auch in Erwägung ziehen.
Der Vorteil des Internets ist die weltweite Veröffentlichung und das Einstellen von mehreren Bildern.
Wollen Sie nur Ihren kleinen Zweitwagen loswerden, reicht oft die Regionalzeitung.
Für Exoten oder teure Autos sollte zusätzlich ein Inserat in einer überregionalen Tageszeitung oder einem Magazin geschaltet werden. Liebhaber sind oft bereit, weit für ihr Traumauto zu fahren.

Zeigen Sie ihr Auto von der besten Seite:

Sauberkeit
Putzen Sie Ihr Auto raus! Die meisten Autokäufer sind nicht vom Fach, bei Ihnen zählt vorwiegend der optische Zustand.
Ist ein Gebrauchtwagen optisch sehr gepflegt, geht der Käufer davon aus, dass es technisch in einem ebenso guten Zustand ist und bezahlt mehr für das Auto.
Daher führen Sie eine Fahrzeugwäsche durch (so wirds gemacht), und reinigen Sie den Innenraum (Tipps dazu gibts hier)

Fotos
Der erste Eindruck sollte stimmen, das geht über gut gemachte Fotos.
Wer seinen Wagen mit einem tollen Bild anbietet, sammelt gegenüber der Konkurrenz Pluspunkte.

Hier ein paar kurze Tipps für gute Autofotos:
Wer diese beherzigt, hat den Grundstein für ein gutes Foto gelegt.

  • Grundregel: Ein Blinker zeigt immer zur Sonne, so fällt das Licht gut auf das Auto
  • Nicht gegen die Sonne fotografieren
  • Die Vorderräder sollten voll eingeschlagen sein
  • Nicht zu viele Farben im Hintergrund, das lenkt vom Auto ab. Am besten blauer Himmel oder eine einfarbige, helle Wand im Hintergrund
  • Nicht zu nah ans Auto ran, lieber weit weg und dann mit Zoom fotografieren, das beugt Verzerrungen im Bild vor

Beschreibung
Neben einem guten Foto ist es wichtig, alle Vorzüge Ihres Autos aufzuzählen. Seien Sie hier nicht bescheiden.
Erwähnen Sie alle Extras, die in Ihrer Ausstattung serienmäßig waren. Zählen Sie von den Alufelgen bis zum Zigarettenanzünder alles auf, was der Käufer dazu bekommt.
Seien Sie bei der Beschreibung ehrlich, verschweigen Sie keine offensichtlichen Mängel. So hat der Käufer später weniger Ansatzpunkte, um den Preis zu drücken.
Der Käufer fährt oft weite Wege, wenn dann der Wagen nicht so wie beschrieben ist, kann es verständlicherweise zu Ärger kommen.
Ein voriger Check des Pkws durch einen neutralen Sachverständigen (TÜV, Dekra, GTÜ usw.) schafft Vertrauen.
Damit kann der zukünftige Käufer Ihres Fahrzeugs (und auch Sie) sich anhand eines "Gebrauchtwagensiegels" über den Zustand Ihres Fahrzeugs informieren.


Die Besichtung, die Probefahrt und das Handeln

Probefahrt

Lassen Sie sich vor der Probefahrt den Führerschein und Ausweis des Käufers zeigen.
Lassen Sie jemand ohne gültige Fahrerlaubnis fahren, machen Sie sich als Halter ebenfals strafbar.
Ist das Auto abgemeldet, müssen Kurzzeitkennzeichen oder eine rote Händlernummer angebracht werden.
Wichtig: Versicherungsschutz besteht nur, wenn die Fahrzeugdaten in die Papiere der Kennzeichen eingetragen werden.
Fahren Sie immer mit. Selbst wenn der Käufer anbietet, Papiere oder Kreditkarten bei Ihnen zu lassen, die könnten gefälscht oder gestohlen sein. Gerade bei teuren Wagen nicht den Fahrzeugbrief mit auf die Probefahrt nehmen.
Gauner könnten Ihnen Brief und Fahrzeug abjagen.

Handeln

Setzen Sie den Preis geringfügig höher als Ihren Mindestpreis an, so dass ein wenig Spiel zum Handeln da ist.
Dann fühlt sich der Käufer besser, wenn er es geschafft hat, Ihren Preis zu drücken.
Setzen Sie sich aber vorher einen Mindestbetrag, lassen Sie sich nicht von gewieften Käufern unter den Mindestpreis handeln.
Viele Profikäufer tauchen zu zweit auf. Der Job des zweiten Mannesist es kein gutes Haar an Ihrem Wagen lassen.
Aussagen wie "Jetzt sind wir extra den weiten Weg gekommen und hatten diese hohen Fahrtkosten" und ähnliches Gestöhne können Sie vergessen.
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Bleiben Sie geduldig, vielleicht kauft ja der nächste Anrufer den Wagen zum angegebenen Preis

Vorsicht vor Tricks!

Beliebte Tricks von Betrügern und Täuschern:

  • Ein angeblicher Interessent bittet um Rückruf auf eine teure 0190-Nummer.
  • Das Auto wird besichtigt, ein mündliches Angebot abgegeben. Bei Übergabe des Fahrzeugs drückt der Käufer den Preis massiv.
  • Betrüger zahlen mit falschen Schecks.
  • Antworten Sie erst gar nicht auf Emails von irgendwelchen honorigen Ausländern, die Ihnen Schecks mit einem höheren Betrag im Voraus schicken wollen. Das ist reiner Betrug!
  • Dubiose Händler nehmen Ihren Wagen in Kommission. Anstatt ihren Gebrauchtwagen zu verkaufen, wird kräftig Standmiete kassiert.

Handschlag

Das Auto wurde verkauft

Verwenden Sie einen vorgedruckten Kaufvertrag und melden Sie den Verkauf Ihrer Zulassungsstelle und Ihrer Versicherung (Vordrucke dafür gibts hier)
Schließen Sie im Kaufvertrag unbedingt eine Gewährleistung aus, damit Sie für spätere Mängel nicht aufkommen müssen.
Akzeptieren Sie nur Bargeld!
Händigen Sie den Brief erst aus, wenn das Auto vollständig bezahlt ist!

Sind Sie sich unsicher, ob das Geld echt ist? Gehen Sie mit dem Käufer zu Ihrer Bank und zahlen das Geld dort in seiner Anwesenheit auf Ihr Konto ein.

Händigen Sie dem Käufer nach dem Vertragsabschluß folgende Unterlagen aus:

  • Fahrzeugbrief und -schein, bzw. Zulassungsbescheid Teil 1+2
  • alle Schlüssel und Codekarte fürs Radio
  • Scheckheft, als Beleg für durchgeführte Inspektionen
  • Bordbuch
  • letzter Hauptuntersuchungs-Bericht und letzte ASU-Bescheinigung
  • vorhandene Rechnungen und Quittungen für Zubehör und Reparaturen
  • ABE′s und TÜV-Bescheinigungen für angebaute Extras

Viel Glück, dass Sie Ihren Gebrauchtwagen verkaufen